Blutwerte verstehen – Nährstoffe richtig einsetzen

Shownotes

Podcast #393 - In dieser Episode spreche ich mit Jasmin Baumgarten, Internistin, Ayurvedaexpertin und Mutter von drei Kindern, über einen bewussteren, differenzierten Umgang mit Nährstoffen, Blutwerten und Supplementen. Dr. Jasmin Baumgarten führt eine Privatpraxis für ganzheitliche Medizin, in der sie moderne Schulmedizin, Psychosomatik und ayurvedische Heilkunst miteinander verbindet. Ihr Ansatz ist es, Beschwerden nicht isoliert zu betrachten, sondern in einen ganzheitlichen Zusammenhang zu bringen und gemeinsam mit ihren Patientinnen und Patienten individuelle Behandlungspläne zu entwickeln, die medizinisch fundiert, alltagsnah und zugleich intuitiv sind. Im Mittelpunkt unseres Gesprächs steht die Frage, wie wir Nährstoffe sinnvoll einsetzen können, ohne in ein Muster von immer mehr, immer genauer und immer komplexer zu geraten. Wir sprechen darüber, warum Blutwerte wichtig sein können, wo ihre Grenzen liegen und weshalb es einen großen Unterschied macht, ob wir über Therapie oder Prävention sprechen. Ein zentrales Thema ist dabei die Verdauung und das ayurvedische Konzept von Agni, denn eine gesunde Nährstoffversorgung beginnt nicht mit der Kapsel, sondern mit der Fähigkeit des Körpers, das, was wir ihm zuführen, überhaupt aufzunehmen und zu verwerten.

Darüber sprechen wir in dieser Folge:

  • Wie Blutwerte sinnvoll interpretiert werden können
  • Wann Supplemente therapeutisch sinnvoll sind und wann nicht
  • Der Unterschied zwischen Prävention und Therapie
  • Warum es nicht reicht, einfach Nährstoffe einzunehmen
  • Der Körper als komplexes, vernetztes System
  • Die zentrale Rolle von Verdauung und Agni
  • Wie eine gestörte Verdauung den Nährstoffverbrauch erhöht
  • Warum mentale Belastung und Mental Load den Bedarf an Nährstoffen verändern können
  • Weshalb Agnistärkung oft kraftvoller ist als noch mehr zu tun

Weitere Infos zu Dr. Jasmin Baumgarten:

Dr. Jasmin Baumgarten ist Internistin, Ayurvedaexpertin und Mutter von 3 Kindern (9,12,15). In ihrer Privatpraxis für ganzheitliche Medizin, hat sie die Intention, die Beschwerden ihrere Patienten in einen ganzheitlichen Zusammenhang zu bringen und mit allen Aspekten der Schulmedizin, Psychosomatik und Ayurveda Heilkunst zu behandeln. Sie erstellt gemeinsam mit ihren Patienten einen individuellen Behandlungsplan, der moderne Medizin, ayurvedische Prinzipien und alltagsnahe Impulse integriert. Dafür nimmt sie sich Zeit und arbeitet auch sehr intuitiv. Ihre Vision ist es, die ganzheitliche Medizin evtl. auch anderen Schulmediziner-innen näher zu bringen.

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Transkript anzeigen

Janna Scharfenberg: Liebe Jasmin, herzlich willkommen bei mir im Podcast. Wie schön, dass du da bist.

Dr. Jasmin Baumgarten: Ich freue mich wirklich wahnsinnig schön, dich zu sehen. Liebe Jana. Toll.

Janna Scharfenberg: Ebenso. Bevor wir reingehen, würde ich gerne wissen, wir haben zwar gerade schon drüber gesprochen, aber wie bist du in dieses neue Jahr gestartet und was siehst du vor allem für die Gesundheit, für die wichtigsten Themen für 2026?

Dr. Jasmin Baumgarten: Ja, dieses Jahr hat unglaublich intensiv gestartet, sehr intens, als wäre es also wirklich noch sehr gepresst in der Energie, also gar nicht so, wie ich sonst kenne, dass man losrennt und das Gefühl hat, wow, das Neue hat gestartet und man hat so viel Energie extra bekommen. Dieses Mal waren wir auch ganz schön krank gestartet, die Hälfte der Familie. Und es kamen auch unglaublich viele Bedürfnisse von außen auf mich zu, sodass ich das Gefühl hatte, ich muss sehr achtsam schauen, wo bleib ich, wie hole ich meine Regeneration her? Und ich glaube, das ist auch ein gutes Thema für 26, also wirklich sehr viel achtsamer noch loszugehen und zu schauen, was kommt, aber was nehme ich davon mit, wo gehe ich drauf ein und wo hole ich mir einfach Raum für mich?

Janna Scharfenberg: Sehr gut. Und was bedeutet das für deine persönliche Gesundheit.

Jasmin: Dass ich immer besser darin werden möchte, auch meine Bedürfnisse zu hören. Das fällt mir manchmal nicht so leicht. Ich bin gut darin, andere Bedürfnisse zu hören, aber ich habe ja auch drei Kinder, es ist ein turbulentes Familienleben, also auch noch mal ein Kleinunternehmen. Und ich habe für mich gelernt, dass ich immer wieder auch rausgehen darf aus diesen Verbindungen, um zu mir wiederzufinden. Ich brauche das, ich bin nicht so gut darin, das im Familienkonstrukt. Ich brauche immer wieder kleine Zeiten, wo ich zu mir komme.

Janna Scharfenberg: Ich glaube, das sind Qualitäten, die brauchen wahrscheinlich ganz viele von uns, nicht nur wir in unseren ganz privaten Kontexten, sondern natürlich auch drumrum. Und gerade wenn wir über Gesundheit und Medizin sprechen, ist das, glaube ich, was ganz Essentielles, oder immer wieder so zu sich kommen zu dürfen.

Jasmin: Ja, ja. Und das ist auch immer wieder spannend. Ich gehe zum Beispiel auch sehr gerne ab und zu in die Sauna und wenn ich da bin, in dieser Wärme, in diesem abgeschlossenen Raum, habe ich ganz oft das Gefühl, jetzt kommen jetzt ganz fantastische Ideen oder also Da merke ich richtig, wie die Kreativität, wie ich wirklich erst mal höre, auch was passiert. Das ist ganz spannend.

Janna Scharfenberg: Ja, das ist ein toller Zustand. Jasmin, gib doch unseren Hörer innen gerne noch mal kurz mit, was dein beruflicher Kontext ist, wie sich das vielleicht auch im letzten Jahr so für dich entwickelt hat und was du heute so machst.

Jasmin: Ja, ich bin Ärztin, ich bin Internistin und habe eine Praxis, eine Privatpraxis für ganzheitliche Medizin vor drei Jahren neu gegründet. Und aus dieser wirklich aus diesem tiefen Bedürfnis heraus, Menschen noch intensiver begleiten zu können. Das war mir ein ganz großes Bedürfnis. Also ich habe lange als Hausärztin gearbeitet und nun kam dann irgendwann der Ayurveda dazu und so mit dem auch mit der Psychosomatik, die mich schon immer sehr, sehr interessiert hat, hat sich plötzlich so ein der Fokus irgendwie erweitert und ich habe immer mehr Werkzeuge auch dadurch bekommen, noch gezielter auf die Bedürfnisse der Patienten zu hören und Ursachen vielleicht mit ihnen zu ergründen, um an die Wurzel ein bisschen mehr ranzukommen. Das war schon immer so eine ganz große Neugierde auch bei mir. So kam es, dass ich dann diese Praxis gegründet habe, wo ich mehr Zeit und Raum habe, weil ich mir dann auch eine Stunde pro Patient nehmen darf. Das ist natürlich großer Luxus in der Medizinsituation, das wissen wir. Aber ich habe auch tatsächlich gelernt, was das dann auch für einen großen Effekt hat, also auch nachhaltigen Effekt.

Janna Scharfenberg: Ja, das heißt, so kannst du die ganzheitliche Medizin für dich nicht nur vom Werkzeugkoffer her praktizieren und leben, sondern auch ganzheitlich mit deinen Patientinnen vorgehen.

Jasmin: Ja, genau. Also das ist die Möglichkeit, wirklich auf alle Aspekte auch zu schauen. Also ich nehme immer wieder auch gerne die internistischen, die schulmedizinischen Tools mit rein. Ich untersuche, ich mache Ultraschall und gucke mir die Labore genau an, Aber ich frage oder erfrage auch wirklich sehr, sehr viel, wann Symptome zum Beispiel auch begonnen haben, wenn wir nicht mehr in der Prävention sind, sondern schon Krankheiten da sind. Welche Zusammenhänge könnten da liegen, Was ist auch psychosozial, was ist alles passiert im Leben? Ja, also mir so bewusst geworden über die Jahre, wie wichtig es ist, da ganz genau auch hinzuhören, wann die Dinge begonnen haben oder welche Zusammenhänge da einfach doch bestehen und das hilft dann.

Janna Scharfenberg: Ja, ich glaube auch das ist extrem wichtig oder ich glaube, wahrscheinlich wolltest du es auch sagen, dass das dann auch wirklich einen guten Kontext bekommt, weil was ich oft erlebe, ist, dass Dinge oft ein wenig kontextlos werden. Hier ist ein Symptom oder hier ist mein Stress oder hier habe ich das Gefühl, ich bin müde und das Menschen selber gar nicht mehr so in diese Timeline bringen können, aber es vielleicht auch für uns, sagen wir mal, im gängigen ärztlichen Setting schwierig wird, das wirklich zu machen. Empfindest du das auch so?

Jasmin: Absolut. Ich sehe ganz viel Verzweiflung auch bei den Patienten, die zu mir kommen. Die kommen und sind wirklich überfordert. Sie wissen nicht, wo sie anfangen sollen. Die brauchen jemanden, der sie sortiert und der sie auch beruhigt. Das ist immer so. Ich habe immer das Gefühl, das ist meine erste Aufgabe, erst mal eine Struktur zu schaffen. Wo kann das alles? Womit hängt das zusammen? Woher kommt das? Und das beruhigt die Patienten schon mal enorm.

Jasmin: Und dann ihnen eine Perspektive zu geben, wie das Schritt für Schritt alles wieder ins Gleichgewicht kommen kann. Das ist, weil sie doch häufig auch unglaublich nicht nur überfordert, sondern auch ängstlich dann sind.

Janna Scharfenberg: Ja, was ja auch nachvollziehbar ist. Es geht ums Wichtigste, es geht um die Gesundheit. Man kennt sich vielleicht nicht so aus und und dann kommen wahrscheinlich zusätzlich noch so viele Ebenen. Wir können mit KI Dinge selber rausfinden, wir können Dinge ergoogeln. Gefühlt jeder Social Media Kanal hat ja die besten Hacks, wie wir wieder in unsere Gesundheit kommen. Und das ist natürlich auch eine starke Überforderung und ein großer Dschungel, der da entsteht.

Jasmin: Ja, total. Und dann auch oft so Privatpraxis habe, kommen tatsächlich auch mehr Privatpatienten als Selbstzahler und die gehen ja oft auch Hausarzt, der sie dann irgendwo hinführt, sondern sind bei vier, fünf verschiedenen Fachärzten gewesen und jeder fokussiert da auf sein Spezialgebiet. Und dieses so zusammenzuführen, das sehe ich so als eine ganz große Aufgabe, um eben gerade diese Unruhe und dann auch gerne noch von der KI gucken Sie ich habe das schon alles eingegeben, damit werde ich auch viel konfrontiert, aber ich weiß trotzdem nicht, wie soll ich jetzt damit umgehen. Und das finde ich ganz spannend. Ich lese mir das immer ganz interessiert durch und das ist sicherlich ein tolles Tool, Aber was sollen die Patienten damit anfangen? Die wissen nicht, wo sie anfangen dürfen und was ist wirklich dringend? Und was könnte man vielleicht erst mal zurückstellen?

Janna Scharfenberg: Und es ist ein ganz großer Punkt, den ich vor allem, wenn es um die ganzheitliche Medizin geht, auch in einem Bereich sehe, der dir, glaube ich, auch sehr wichtig ist. Und das ist der ganze Bereich Nährstoffe und Supplements. Weil hier habe ich auch oft den Eindruck, viele Menschen kommen zu mir und ich bin müde, wir müssen mal das Blut kontrollieren. Und dann ist entweder eine Enttäuschung da, wenn dann der eine Wert eigentlich im OK Bereich ist oder wenn sich irgendwas anderes zeigt. Und da ist auch aus meiner Sicht so eine große Überforderung, aber auch ein Dschungel da. Was soll ich eigentlich machen? Warum? Und dann gibt es ja noch diesen riesen Supplement Markt. Riesig ist der, der mir eigentlich alles vermarktet mit wahnsinnig spektakulären Taglines teilweise, wie das ja alles mein Leben wieder auf die Spur bringt sozusagen. Ist es bei dir auch großes Thema, Laborwerte, Supplements, was mache ich da eigentlich?

Jasmin: Absolut, also große Überforderung. Einige kommen wirklich mit Tüten an, andere nehmen gar nichts, weil sie denken, oh Gott, ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll. Und auch da bin ich eher Minimalist. Ich glaube, so wie du auch, ich mag gerne mir erst mal anhören, auch was für Beschwerden oder Symptome überhaupt da sind. Dann ist mir immer wichtig, was für eine Lebensphase habe ich gerade? Habe ich eine junge Frau, die gerade zweimal schwanger war? Oder ist es ein Mann, der gerade irgendwie mit 50 ein Unternehmen leitet und ganz viel Stress hat oder Schlafstörungen oder in den Wechseljahren natürlich noch mal ganz andere Bedürfnisse. Also ich verstehe das und ich bin auch zum Teil überfordert. Also wenn ich mir das da angucke, dann würde mich das genauso überfordern. Ja, ich gehe da auch sehr minimalistisch vor.

Jasmin: Ich gucke mir gerne ein großes Blutbild an, um einmal auch ein Gefühl dafür zu bekommen, wie geht es den Organen? Ich gucke sie mir auch gerne im Ultraschall einmal an. Also um einmal zu sehen, wie geht es den Organen, nicht nur dem Menschen natürlich, das ist mir wichtig, aber wie macht noch der Rest des Körpers mit? Einige fühlen sich schlecht, aber alle Werte sind zum Beispiel im Normbereich und trotzdem geht es ihnen nicht gut. Dann ist es, finde ich, essentiell, Und wichtig über das hinauszusehen, wo ich sage immer zu meinen Patientinnen oder Patienten, die Speisekammer, wir müssen uns ihre Speisekammer anschauen, die verbraucht wurde, wovon brauchte ihr Körper mehr oder was ist vielleicht gar nicht dort angekommen? Das ist ja auch immer noch sehr interessant zu sehen. Und dafür nehme ich sehr gerne ein paar Nährstoffe und auch Vitamine ab und auch Hormone und schaue mir das an, wie spiegelt das die Symptome eventuell wieder und wo nicht.

Janna Scharfenberg: Ja, das heißt, es ist für dich ein Puzzlestück im großen Ganzen, der dir sozusagen einen Einblick gewährt in den Körper, den wir jetzt von außen vielleicht nicht sofort haben.

Jasmin: Ja, absolut. Und ich finde es auch immer hilfreich. Natürlich verändert es nicht alles, wenn man nur Supplements einnimmt, aber es kann erstmal sehr hilfreich sein, dem Körper ein Angebot zu schaffen, wieder eine schöne Grundlage aufzufüllen. Das ist der eine Grund. Und das andere ist, dass sich anhand der Mängel auch ein bisschen deuten kann, wo die Beschwerden wirklich sind, wo ein anderes medizinisches Problem vielleicht auch liegt. Also wenn wir da zum Beispiel die B Vitamine anschauen, das Vitamin B, das im Magen im unteren Bereich aufgenommen wird und gar nicht aufgenommen werden kann vielleicht, dass wir vielleicht dann hinschauen, ist da vielleicht auch eine kleine Entzündung im Darm, ist da vielleicht im Magenbereich irgendwo, sind da entzündliche Prozesse, dass wir gar nicht in der Lage sind, das Vitamin aufzunehmen. Also das nur als kleines Beispiel.

Janna Scharfenberg: Da gibt es verschiedene, da gibt es unglaublich viele Sachen natürlich. Und genau wie du sagst, das ist, kann uns gute Hinweise liefern. Manchmal kann es vielleicht eine komplette Antwort auf etwas geben, aber oft ist es ja mehr ein Puzzlestück. Ja, das heißt aus deiner Sicht sollten wir alle, sollten wir alle unsere Blutwerte checken lassen, bevor wir ein Supplement nehmen oder muss das gar nicht sein, indem wir auch sagen können, ich nehme mal recht breit aufgestellt, ich sag mal so ein Multivitaminpräparat, dann ist die Speisekammer doch oft einfach gut gefüllt.

Jasmin: Ja, das ist schwierig. Ich würde das nicht so machen. Ich würde viel genauer wissen wollen, was braucht mein Körper. Und es gibt halt einfach auch Supplements, die uns eben nicht hilfreich sind, wenn wir sie einnehmen oder auch dann zu hoch dosiert sein können, wie das Vitamin D zum Beispiel. Da würde ich wirklich schon eine Kontrolle. Ich würde gerne wissen wollen, wo stehe ich. Ich muss dann nicht permanent kontrollieren, aber so ein Gefühl dafür zu bekommen, wo stehe ich jetzt, wenn ich das einnehme, wo stehe ich in drei bis vier Monaten. Es gibt Patienten oder Patientinnen, die nehmen so und so viel Einheiten und der Wert erhöht sich kaum.

Jasmin: Das heißt, es ist schon wichtig zu sehen, vielleicht ist auch die Form der Tablette gar nicht hilfreich, sondern eher ein Öl. Also es ist auch die Aufnahmesituation im Körper oft unterschiedlich.

Janna Scharfenberg: Okay, das heißt, wenn wir etwas einnehmen aus deiner Sicht und mit der gehe ich im Übrigen voll mit, möchte ich erst mal Status quo haben, wo stehen wir überhaupt und was entwickelt sich eigentlich auch, dass wir da wirklich eine saubere Basis arbeiten, sage ich immer gern haben und dementsprechend natürlich auch mit objektiven Werten mitgehen können.

Jasmin: Richtig.

Janna Scharfenberg: Jetzt können wir aber, wenn wir den Supplement Markt anschauen und vor allem auch sehen, was wir denn so vermeintlich alles einnehmen sollen, haben wir ja eine riesen Bandbreite. Das ist natürlich die Frage, muss ich dann ständig jetzt zu Jasmin gehen und irgendwie, ich sage es jetzt bewusst überspitzt 400 Parameter abnehmen und eine komplette ausführliche Analyse machen, wie wir sie ja teilweise auch in Walk in Laboren und ähnlichem oder in Heimtests finden. Muss ich das dann machen? Muss ich jeden Nährstoff sehen, bevor ich ihn nehmen kann Oder wie gehe ich denn da vor, wenn ich sehe, ich habe so ein riesiges Angebot an Sachen, die ich da machen kann?

Jasmin: Absolut. Also ich glaube, ich habe da so meinen persönlichen Weg einfach gefunden, mit dem ich mich wohlfühle und ich nehme tatsächlich nicht mehr als zehn Parameter ab, sage ich jetzt mal so. Da meine ich jetzt die Vitamine oder Nährstoffe, aber es gibt einfach, wenn ich eine junge Frau habe mit einem Schilddrüsenproblem, dann nehme ich noch mal andere Werte ab, als wenn ich einen mann habe, Mitte 50, der ein Herzproblem hat. Dann fokussiere ich auf ganz andere Dinge. Deswegen, ja, ich gebe meinen Patienten auch gerne Empfehlungen, was ich für sie jetzt in diesem Moment als sinnvoll erachte an Nährstoffen, Vitaminen und zusätzlichen Hormonen zusätzlich zu dem Blutbild. Und dann können die sich selber auch diese Werte holen und dann einmal noch kontrollieren lassen und dann kann man ein bisschen lockerer werden in der Sache, weil meines Erachtens braucht es nicht so eine große Palette. Aber das ist eine Erfahrung, die ich einfach so gemacht habe mit den Patienten, dass das auch genug ist. Es reicht.

Janna Scharfenberg: Und heißt es im Umkehrschluss, das, was ich nicht getestet habe, sollte ich auch nicht supplementieren oder bedeutet das eher, ich habe eine Bandbreite, die ich gerne mit supplementiere? Also ich sage jetzt irgendwas, Coenzym Q, Zink, was auch immer, vielleicht die etwas komplexeren Parameter, die ich jetzt auch nicht immer unbedingt mit abhebe. Wie ist da dein Approach? Soll es dann einfach mit supplementiert werden oder interessiert uns das gar nicht?

Jasmin: Also ich denke, wenn wir da auch ein bisschen den gesunden Menschenverstand mit einschalten, dass wir davon ausgehen, dass unser Körper eigentlich als erstes einmal versucht, sowieso selbst alles zu reparieren. Ja, dass wir davon ausgehen, dass er das auch kann im besten Fall. Er kann das auch ohne Supplements. Das Vertrauen ist irgendwie ein bisschen verloren gegangen, habe ich das Gefühl. Und dann gibt es einfach Situationen, wo wir von etwas mehr brauchen oder mehr verbrauchen oder nicht gut aufnehmen. Aber da haben wir dann schon eine Ausnahmesituation, wo wir schon vielleicht auch Symptome haben, wo wir merken, ich bin gestresster oder mein Immunsystem ist anfälliger dann, um auf deine Frage zu antworten. Ja, ich finde, das wissen auch die meisten natürlich, wenn ich einen Infekt habe, dann kann ich natürlich mal über ein paar Wochen mehr Zink einnehmen, weil ich gehört oder gelesen habe, das unterstützt mein Immunsystem, da passiert nichts Schlimmes. Aber ich denke, wir dürfen erst mal davon ausgehen, dass unser Körper das kann.

Jasmin: Und wenn er das nicht mehr kann, wenn ich merke, ich bin viermal hintereinander krank, was ist da los? Dann möchte ich schon einmal vielleicht lieber ins Gespräch gehen und prüfen, was brauche ich noch außer Supplements.

Janna Scharfenberg: Ja, jetzt könnten wir aber natürlich ganz provokativ oh, aber ich möchte gar nicht erst viermal krank werden. Ich möchte das präventiv angehen, deshalb nehme ich lieber bewusst provokativ alle Supplements, die mir versprechen, dass ich dadurch gesund bleibe, weil ganz ehrlich, der Weg ist mir zu blöd krank zu werden, um dann zu sehen, was mir fehlt damit um.

Jasmin: Ja, ein super Weg. Prävention ist wunderbar. Ich hab auch viele tolle Menschen, die hierher kommen und präventiv hierher kommen, die kommen aber um einmal im Jahr diese Dinge einmal zu testen und da dann so eine Basic Testung zu machen, um zu gucken, wie ist denn mein Vitamin D Spiegel, wie ist denn, also wie sind denn meine B Vitamine und Selen und Zink oder so die gängigen. Das finde ich sinnvoll. Ja, und dann kann man trotzdem supplementieren, aber einfach so würde ich tatsächlich pauschal jetzt erstmal nur aus der Hüfte. Magnesium können wir alle gut gebrauchen.

Janna Scharfenberg: Sehr gut. Ja, und ich glaube, das ist auch noch mal eine wichtige Unterscheidung für alle, die zuhören. Das eine ist wirklich der therapeutische Weg. Wir haben ein Defizit, die Speisekammer ist leer, es sind effektiv Symptome. Da ist ein ganz anderer Ansatz als hey, mir geht es gut, präventiv möchte ich gerne die Speisekammer noch ein bisschen mehr auffüllen. Sehr letztendlich auch, wie wenn ich sage, ich möchte mich bewegen, ich brauche was anderes, wenn ich mir gerade das Kreuzband gerissen habe, als wenn ich sage, du, mir geht es gut, ich möchte jetzt mal ein bisschen verstehen, wie dieses Krafttraining funktioniert. Sind ja eigentlich zwei ganz verschiedene Wege, oder?

Jasmin: Absolut. Was mir auch oft auffällt, ist, dass wir oft diese Supplements dann einsetzen, weil wir so ein leicht schlechtes Gewissen haben, weil wir uns vielleicht in anderen anderen Bereichen nicht so gut um uns kümmern. Ja, dann denken ich nehme jetzt einfach mal ein bisschen Vitamin D und so, aber um mir was Gutes zu tun oder was auch immer, weil ich mich gerade nicht so gut ernähre oder weil ich gerade nicht mehr zum Sport gehe oder weil ich so schlecht schlafe. Ja, das sehe ich auch. Das sehe ich auch häufig als so ein gute Ablenkung.

Janna Scharfenberg: Vielleicht zu den Basics, die wir eigentlich brauchen. Ja, das ist ein ganz wichtiger Punkt, finde ich, den du ansprichst, weil für mich hat es zwei Sachen. Das eine, oh, ich weiß es, ich kümmere mich gerade da nicht drum, aber damit kann ich vielleicht so ein bisschen abpuffern. Dann ist ja so die Awareness dafür schon da. Und das andere ist aber vielleicht noch mal mehr, was natürlich auch viel über Marketingstrategien und diese Omnipräsenz von gewissen Supplements natürlich auch passieren kann, ist, dass ich mir dem vielleicht gar nicht bewusst bin und dann aber höre mehr Energie durch das, okay, ich brauche ja, ich brauche auch mehr Energie. Okay, alle, alle nehmen das Ich höre das als Werbung in einem Podcast, ich sehe das auf Social Media, irgendeine Person, die ich ganz spannend finde, promotet das, dann bekommt das ja auch so eine Normalität und so. Ohne das geht es nicht mehr. Und das finde ich ist auch noch ein ganz spannender Punkt, den wir nicht vergessen dürfen, dass wir hier ja einen der wenigen Bereiche im medizinischen Setup haben, wo wir uns oft mit einem Lifestyle Produkt und mit einer ganz anderen Branche sozusagen diese Kollision haben, wie wir es sonst ja vielleicht nicht so haben.

Jasmin: Ja, und ich glaube auch, dass dazu braucht man richtig Mut auch zu sagen, ich glaube, ich brauche das gar nicht, ich vertraue da jetzt mal. Also dieses Vertrauen geht ja dann auch so ein bisschen verloren. Wieso traue ich mich jetzt oder ist das fahrlässig von mir, dass ich jetzt nicht das und das einnehme? Habe ich davon später irgendwas? Um Gottes Willen, was passiert? Ja, das ist schon mutig. Je mehr das natürlich so präsent ist, desto mehr müssen wir wieder auch eine Entscheidung dagegen fällen. Das ist nicht leicht. Und ich glaube, es ist wirklich deswegen auch sehr hilfreich, wenn wir mit so einem gesunden Gefühl zu uns einmal schauen, wie geht es mir wirklich? Habe ich das Gefühl, ich könnte Unterstützung in Bereichen brauchen? Das ist ja auch okay, wenn man das erkennt. Und sich dann gezielt aber anzuschauen, wo brauche ich etwas, was brauche ich wirklich.

Janna Scharfenberg: Was brauche ich wirklich? Ich glaube, das ist immer wieder die Kernfrage.

Jasmin: Also ja, ich würde da gern sogar ein Beispiel, ein persönliches Beispiel nennen, was mich wirklich sehr beeindruckt hat. Ich habe jahrelang Vitamin B substituieren müssen und zwar auch über eine Spritze, also intramuskulär, weil ich immer einen Mangel hatte. Und da meine Mutter einen Mangel hatte Und ja, ich, also dachte ich immer, das ist sogar als Ärztin habe ich gedacht, ja, dann ist das bei mir wohl so. Ja, und bis ich dann irgendwann eine diese Ayurveda Kur mal gemacht habe tatsächlich und eine tiefe Regenerationsphase in meinem Leben hatte, wo anscheinend eben gerade diese Ebenen in mir heilen durften, wo die Aufnahme wieder möglich war und ich hatte plötzlich immense Vitamin B Werte. Ja, spannend. Und ich muss seitdem einfach nicht mehr substituieren. Und ich war selber so beeindruckt, obwohl es auch eigentlich ja logisch ist, dass der Körper schon versucht natürlich zu regenerieren, aber ich habe ihn ja damals gar nicht dazu kommen lassen.

Janna Scharfenberg: Das ist ein super wichtiger Punkt. Vielen Dank für dieses Beispiel, weil ich glaube, das wird auch unterschätzt. Wir sind dann sehr schnell sehr eindimensional. Ich bemühe, also nehme ich dieses Supplement. Moment mal, genau wie du vorhin gesagt hast, kann ich das überhaupt aufnehmen? Wie ist denn, wenn wir ayurvedisch bleiben, Wie ist denn mein Akne? Wie ist denn meine Verdauungskraft? Hat die überhaupt die Power? Oder bin ich so im Stress, dass das eh gedimmt ist? Habe ich eh die ganze Zeit Blähungen, Verstopfung, alles spielt verrückt. Ja, habe ich vielleicht irgendwelche Nahrungsmittelunverträglichkeiten noch on top, mit denen ich mich eigentlich auseinandersetzen soll? Nehme ich so viel ein, dass mein Magen Darm Trakt eigentlich die ganze Zeit belastet ist mit all dem, was ich da an Supplements nehme? Das sind ja mega wichtige Fragen, weil nur weil wir hier oben was reinwerfen, haben wir ja auch nicht die Garantie und die Entlastung. Jetzt ist alles gut.

Jasmin: Richtig. Wir wissen gar nicht, wo das hingeht, ob das da ankommt in unserer Speisekammer. Wir wissen nicht, ob wir vielleicht auch, weil wir schon parallel eine andere Therapieform machen, die uns so gut tut, vielleicht gar nicht mehr das Vitamin D in so einer hohen Dosis brauchen, weil unser Nervensystem gar nicht mehr so viel Vitamin D verbraucht. Das ist halt auch etwas, was ich ganz oft sehe. Also genauso mit den Schilddrüsenhormonen, wo viele jahrelang, Jahrzehnte immer die gleichen Dosen nehmen und plötzlich aber ihr Leben sich verändert und sie sich erlauben, mehr Freiräume zu schaffen und Regeneration. Und was passiert? Huch, der Körper braucht gar nicht mehr so viel Unterstützung. Also auch das ist ganz, ganz spannend zu beobachten, wie wundervoll der Körper dazu in der Lage ist.

Janna Scharfenberg: Ja, ich habe den Eindruck, über diese Zusammenhänge muss viel mehr gesprochen werden, weil das ist ja eigentlich, wenn wir über ganzheitliche Medizin, ganzheitliche Heilung etc. Sprechen, ja eigentlich ein Dreh und Angelpunkt, dass wir weggehen von 1 zu 1 ist 2, ich nehme 1000 Einheiten Vitamin D und dann passiert das in meinem Körper. Sondern eben genau zu dem hin, hey, wie kann ich mich eigentlich sonst sozusagen regenerieren und regulieren und was brauche ich eigentlich dann? Das finde ich so einen wichtigen Ansatz. Deshalb möchte ich den wirklich noch mal für alle so betonen.

Jasmin: Ja, und ich glaube, was ich auch ganz oft sehe, einige sind manchmal sehr enttäuscht von der Schulmedizin, irgendein Rezept nur bekommen und für Blutdruckmedikamente zum Beispiel. Aber ich sage dann auch immer, wir sind froh, dass wir diese Möglichkeit haben. Wir können jetzt aber gucken, was können wir noch tun? Und vielleicht ist es dann auch wieder möglich, das loszuwerden oder zu reduzieren. Also es gibt halt so viel mehr als Schwarz Weiß, wie du eben auch gesagt hast. Und deswegen ist es mir auch so ein Anliegen und so wichtig, weil ich sehe, dass die Patienten schon längst so weit sind. Ja, aber die Medizin oft, die Kollegen oder so einfach noch skeptisch auch oft sind. Und ich glaube, diese Skepsis kommt sehr oft einfach auch vor der Sorge, dass das andere dann nicht mehr gut ist. Aber das ist es nicht.

Jasmin: Es ist diese Integration, die einfach nur unser Blickfeld erweitert. Das ist einfach eine ganz andere Form des Blicks auf die Medizin und auf den Körper.

Janna Scharfenberg: Also ja, da gebe ich dir recht. Und es ist natürlich, ich weiß nicht mal, ob es ist, oh, das andere ist dann nicht mehr gut oder die Sorge davor, aber es ist ja oft auch einfach. Also man muss schon sehr aktiv sich mit diesen Themen auseinandersetzen, sich weiterbilden, sich da reinfuchsen, weil das ist natürlich nicht unbedingt Bestandteil der medizinischen Ausbildung. Und da muss man auch so ein bisschen, sage ich mal, die gewohnten Fahr. Wie sagt man, das gewohnte Fahrwasser verlassen. Niemand kommt ja morgens in der Uniklinik in die Besprechung, sagt heute sprechen wir mal drüber, Nervensystemregulation und Vitamin D. Und das ist auch gar kein Vorwurf, weil ich meine, wenn ich in einer Uniklinik arbeite, wo es einfach um eine Maximalversorgung geht, ja, da hat das auch erst mal vielleicht keinen Raum, weil es geht um Polytrauma oder komplexe Organthemen, die einen ganz anderen Fokus haben. Und ich glaube, das spielt auch noch rein, dass es wirklich so ein medizinischer Bereich ist, der einfach, den muss man aktiv angehen.

Janna Scharfenberg: Und ich kann es auch niemandem vorwerfen, wenn man dem superkritisch gegenübersteht. Weil noch mal, wenn eine milliardenschwere Branche kommt, die in diesen Markt reinrollt und die anders als Ärztinnen und Ärzte, die keine Heilversprechen machen dürfen, Pharmazeutika, die krassen Auflagen unterliegen, kommt ja da sozusagen der Wilde Westen rein und sagt, wir erzählen jetzt einfach mal, dieses Vitamin macht das und das.

Jasmin: Richtig, richtig.

Janna Scharfenberg: Das ist schwierig.

Jasmin: Das ist schwierig. Und ich glaube, da darf man sich aber irgendwann auch darauf verlassen, was die Patienten einen zurückmelden, wie die Entwicklung ist. Es ist so unterschiedlich und auch da sehr individuell. Der eine springt darauf wahnsinnig an, der andere merkt da gar keinen Unterschied und das darf man probieren. Aber man hat halt so viele Werkzeuge und warum sollte man sie nicht nutzen?

Janna Scharfenberg: Ja, auf jeden Fall. Jetzt drehen wir die Kehrseite mal um oder diese Medaille auf die andere Seite. Jetzt wissen wir, okay, wir sollten uns schon damit auseinandersetzen, was testen wir? Eine gewisse Effizienz, eine gewisse Stringenz reinbringen und auch wirklich Prävention, Therapie auch noch mal etwas auseinanderhalten. Aber wenn ich jetzt an dem Punkt bin, dass ich oh, ich sollte effektiv das und das einnehmen oder ich entscheide mich präventiv gesprochen für das und das. Wie finde ich denn gute Supplements für mich? Weil ich kann ja das Internet aufmachen und du hast gesagt, Magnesium dürfen alle nehmen, Dann gebe ich da mal Magnesium ein, Dann sehe ich mindestens sieben verschiedene Magnesiumarten, 100 verschiedene Anbieter und jeder verspricht mir, das wäre das Beste. Und dann sitze ich da als Patient oder als Endkonsument und okay, was mache ich denn jetzt? Was ist das deine Guideline für deine Patientinnen?

Jasmin: Also das ist wirklich überfordernd und so geht es mir auch. Ich habe mich da auch sehr reingefuchst und habe dann so meine Lieblingsdinge so gefunden in verschiedenen Bereichen. Also ich bin da tatsächlich relativ breit gestreut, ob bei ayurvedischen Supplements als auch bei medizinischen Vitaminen und Nährstoffen. Ich gucke immer, dass ist, dass das Unternehmen, das es anbietet, wirklich, dass ich mich damit wohlfühle, dass es Bioprodukte sind, wo sich jemand Gedanken gemacht hat, wo ich merke, da steht etwas dahinter, wo sich wirklich jemand gesorgt hat und ich kann dir nur sagen und dann gehe ich ins Vertrauen. Ich bin da nicht so misstrauisch.

Janna Scharfenberg: Gut, aber ja schon mit der. Genau, schon mit der Vorrecherche und die Firmen finde ich gut und nicht ah ja, da mir jemand ein schönes Packaging und dann mache ich das. Das ist ja schon wichtig?

Jasmin: Nein, richtig, auf jeden Fall. Und dann ist es wichtig für mich, dass man es ausprobiert und dann auch vielleicht pausiert. Das haben wir ja auch bei den ayurvedischen Supplements, dass ich auch gerne mal sage, machen Sie das mal drei Monate und dann lassen Sie es mal wieder weg. Dann haben wir die Speisekammer gefüllt, bleiben wir bei dem Bild und dann reicht es erst mal, dann ist es okay für den Körper, dann gucken wir, wie es ihm damit geht.

Janna Scharfenberg: Ja, das finde ich ein gutes Vorgehen. Das heißt, man soll für sich in die Recherche gehen, was entspricht mir von den Produkten, vom Herstellungsprozess, von der Qualität, Bio und so weiter. Und dann auch ruhig hier weniger ist mehr, sich lieber auf eine Firma oder ein paar wenige, sage ich mal, konzentrieren, anstatt ein buntes Hopping durch die glitzernde Welt der Supplements machen.

Jasmin: Richtig, richtig. Und dann so Vertrauen, wenn man in dem Moment merkt, ich habe irgendwie nicht Vertrauen, dann auch wirklich gerne noch mal prüfen, was kann ich denn anderes noch mal tun, wie wir auch vorhin noch mal das Agni mit reingebracht haben, die Verdauungskraft. Also noch mal schauen, wie kann ich vielleicht mein Körper jetzt gerade noch mal mehr unterstützen, dass er das, was ich aufnehme an Supplements oder an der Ernährung oder wie noch mal viel besser aufteilen kann, wie er viel besser damit umgehen kann. Da ist ja noch ein ganz großes Tool. Also die Verdauungskraft ist ja einfach.

Janna Scharfenberg: Für.

Jasmin: Unsere Energie der Schlüssel.

Janna Scharfenberg: Ja, das heißt, die schaust du auch jedes Mal konsequent mit an bei deinen Patient innen Profit.

Jasmin: Wie die Verdauungskraft ist. Ja, ich frage immer und die Stoffwechselkraft, sage ich jetzt mal, oder das Agni ist nicht nur auf der Verdauungsebene zu erkennen. Also ich frage auch wirklich, was sie mental zu verstoffwechseln haben und ob sie in der Lage sind, das zu tun, weil für mich geht das alles durch diesen Kanal. Alles, Ob wir denken, was wir fühlen oder was wir essen, das muss da alles durch. Und das Agni wird geschwächt. Also nicht nur, ich habe hier sehr oft Menschen, die essen wirklich wahnsinnig gesund, auch ayurvedisch gesund und haben trotzdem ein geschwächtes Agni, weil sie mental was ganz anderes brauchen. Und da schaue ich immer sehr gerne drauf. Also da kommt hier keiner raus ohne.

Janna Scharfenberg: Und das heißt stärkst du dann sowohl gemeinsam mit dem Patienten mental wie auch körperlich, dass ihr wirklich hinschaut, was braucht von einfachen Dingen, regelmäßig essen, warm etc. Aber natürlich wahrscheinlich auch mental Reizüberflutung und all diese Dinge, dann sehen wir angepasst, nehme ich an.

Jasmin: Es sind oft ganz kleine Dinge, wirklich, es sind nicht die großen Dinge, es ist enorm. Also es sind ganz oft die kleinen Dinge oder auch Dinge, die man lösen müsste, Also dass man Entscheidungen getroffen hat. Oft ist es das, dass das AG stört, dass jemand, der jede Nacht wach liegt, um drei eine Entscheidung nicht getroffen hat bisher. Ja, und schon wenn er sie getroffen hat, ist das Agni wieder frei oder entlastet, sagen wir mal so. Ich finde es schon spannend. Es gibt halt einfach wirklich diese drei Ebenen, sage ich auch immer, wo man ansetzen kann. Also einmal das, was wir reintun, also essen, trinken, wann, was, in welcher Form und Supplements. Dann haben wir aber dieses riesige Tool hier oben, das emotional mentale.

Jasmin: Und dann haben wir auch immer noch unseren Körper. Und ich versuche also über Bewegung, aber auch Massagen oder Öle, also irgendwas, was wir damit machen. Und manchmal sind es schwierige Phasen, wo es einem vielleicht schwerfällt, schon mental etwas zu lösen. Dann haben wir aber immer noch die anderen beiden. Und das finde ich halt so schön und so flexibel mit dem Ayurveda, dass man dann schauen kann, wo fällt es Ihnen denn jetzt leicht? Ein bisschen wie dieses Jenga Spiel. Das mache ich dann auch gerne als Fuß, als Bild, dass wir gucken, nicht da, wo es jetzt ganz schwer durchgeht und dann bricht alles zusammen, sondern wirklich da, wo es so leicht geht. Okay, das könnte ich mir vorstellen. Und so bleibt es spielerisch, so bleibt es und so macht es Freude auch.

Janna Scharfenberg: Und vor allem, wir gehen halt nicht immer gegen die schwersten Dinge an, weil ich glaube, das ist schon auch ein Punkt, warum für viele Menschen Gesundheit sich vermeintlich so schwer anfühlt, weil wir halt immer geprägt durch unsere Leistungsgesellschaft oder was auch immer wir halt daran gehen, sagen, ja, es muss ja irgendwie schwer sein. Und genau wie du sagst, mit diesem Jenga Turm, klar, wenn ich mir immer das Schwerste aussuche und dann da durchpushe und dann kracht mein ganzes System zusammen, finde ich, mache ich einmal, okay, hat nicht geklappt, mache ich ein zweites Mal und irgendwann finde ich das einfach nicht mehr lustig und mache gar nichts mehr, obwohl nebendran die lockeren Steine liegen, wo ich ach so, ja, ist das, weil wir Menschen so geprägt sind oder sind wir oft einfach so an dem naja, so leicht darf es ja gar nicht sein, dann funktioniert es ja nicht richtig.

Jasmin: Ich glaube, das ist ja, ich glaube, das ist ein wichtiger Aspekt, dass wir denken, es darf doch nicht leicht sein. Das wäre komisch. Also unsere Prägung, unsere Konditionierung geht schon Richtung das Leben ist hart und man muss sich durchbeißen und um irgendwas zu schaffen und zu erreichen, muss man sich anstrengen. Und ich glaube, oft denken wir eben, dass wir was tun müssen und nicht was lassen dürfen. Also das finde ich auch ganz spannend, dass oft in diesem Plan, den wir dann hier auch so handschriftlich mit gemeinsam.

Janna Scharfenberg: Erstellen.

Jasmin: Da kommen immer ein Herzensthema. Irgendein Herz ist immer auf dem Plan drauf, weil es eben etwas sein darf, was Freude macht. Und das ist das, was wir oft gar nicht sehen. Ich kenne das auch, wo wir denken und das ist aber das, was so regeneriert. Die Freude, die ist so regenerierend, auch für den Stoffwechsel, fürs Agni.

Janna Scharfenberg: Und das ist, finde ich, ein wichtiger Punkt für alles, was wir besprochen haben. Erst mal reingehen, was kann ich denn weglassen? Weil wir leben in einer Gesellschaft, mehr ist mehr, wir optimieren uns, wir machen noch mehr und so weiter. Und das ist ja sofort der Automatismus, der in uns angeht. Was muss ich mehr machen, anstatt genau wie, was kann ich ehrlich gesagt einfach mal sein lassen?

Jasmin: Ja, so ein kraftvolles Tool, oder?

Janna Scharfenberg: Das ist der Wahnsinn. Und ich glaube, wenn man hier zuhört, denkt man ja, das ist mir schon bewusst. Aber alle, die zuhören, schaut euer Leben an, nehmt die nächste Situation, weil das ist ja auch ein bisschen unser Nervensystem, was dann okay, jetzt krempeln wir die Ärmel hoch und let's go.

Jasmin: Überleben.

Janna Scharfenberg: Sympathikus Aktivierung und let's go. Anstatt zu sagen, jetzt erst mal gucken, was mache ich nicht. Also testet euch selber mal. Alle, die zuhören, wo fällt man da rein? Ich persönlich falle da oft rein. Ich kenne mich, ich habe viel Feuer in mir, das geht schnell. Ich mache lieber mehr, als mal was sein zu lassen.

Jasmin: Absolut. Und mir fällt aber auch immer wieder auf, erst diese Blick dahin, oh, es sein, dass ich was sein lassen sollte, der fehlt immer noch. Und dann Wenn ich den Weg gehe, fehlt tatsächlich oft noch die Erlaubnis dazu im Kopf, dass ich es sein lassen darf. Also deswegen für alle, die zuhören, das klingt so schön und es klingt so leicht, aber das ist, ich glaube, mit die größte Herausforderung.

Janna Scharfenberg: Allergrößte Herausforderung. Ja, deshalb probiert es aus. Jasmin, was würdest du sagen, so zum Ende des Interviews hin? Wir haben ganz spannende Einblicke in das Thema Laborwerte, Supplements, Agni, das Leben mal das Leben sein lassen gewährt. Was ist für dich vielleicht noch ein Punkt, den du gerne hier mit reingeben möchtest für alle Hörer innen, wo du Hey, das finde ich einfach in diesem Kontext noch mega wichtig.

Jasmin: Ich glaube, dass jeder sich traut, mutig zu sein, wenn er auf sein Herz hört, wie es seinem Körper geht oder auch wie es ihm selbst oder ihr selbst geht, noch mehr ins Vertrauen zu gehen, dass der Körper uns das sagt, dass er zu uns spricht auf irgendeine Art und Weise. Und dann mutig zu sein, auch zu widersprechen, also auch bei Ärzten oder so auch wirklich dabei zu bleiben, seinen Weg da zu gehen, sich Informationen zu holen und nicht nur Informationen, sondern Begleitung zu holen. Ich hole mir auch immer wieder Begleitung. Also ich finde, sich zu trauen, mutig zu sein, Begleitung zu holen, ist ein ganz wichtiger Punkt.

Janna Scharfenberg: Schön. Danke dir. Ganz spannend. Ich habe zum Abschluss noch eine Frage für dich, die ein anderer Podcast Gast dagelassen hat, ohne zu wissen, wo die Frage hingeht. Und die Frage ist folgende. Und ich bin ganz gespannt, was du sagen Was würdest du deinem früheren Ich sagen, was du anders machen würdest mit dem heutigen Wissen?

Jasmin: Ja, auf jeden Fall Vertrauen, dass alles, was da ist, genau richtig ist und mutig zu sein, es anders zu machen, viel früher mutiger zu sein, es anders zu machen, als vielleicht andere es machen. Ja, das würde ich eben sagen. Und dass es gut wird.

Janna Scharfenberg: Das geben wir allen Ichs mit und es wird gut. Genau. Sehr schön. Liebe Jasmin, vielen Dank, dass du hier warst, dass wir da so einen spannenden Rundumblick reingebracht haben. Ich nehme so mit aus dem Wirklich dieses Bei sich Bleiben, auch bei Themen, wo wir vermeintlich denken oh, ich habe da aber keine Ahnung. Und der Arzt, die Ärztin, das Labor, wer auch immer, die werden das schon wissen. Auch da mit dieser Körperintuition gehen, mit dem Vertrauen, dass man seinen Weg gehen darf und genau das, was du gesagt hast, dieses Weglassen Dinge auch mal weglassen, finde ich, in einer Zeit, wo wir nicht nur von Selbstoptimierung, sondern auch schon fast einer Müdigkeit von allen Wellness Hacks, die da draußen so kursieren, sprechen können, ist das, glaube ich, so ein kollektiver Aufatmer für uns alle, das wirklich mitzunehmen. Vielen, vielen Dank.

Jasmin: Ja, ich danke dir.

Janna Scharfenberg: Danke schön.

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